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Stadtteilgruppe Neustadt

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Grüner Montag zur Barrierefreiheit in der Neustadt

Beim 2. Grünen Montag in der Neustadt herrschte Einigkeit bei den ca. 30 Teilnehmenden: „Ebenso wie es inzwischen Standard ist, energiesparend zu bauen, sollte es Standard sein, barrierefrei zu bauen – davon haben alle etwas! Sie nützt nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern bietet allen einen zusätzlichen Komfort“, fasste Horst Frehe, sozialpolitischer Sprecher der Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, die Diskussion bei der Veranstaltung „Barrierefrei und selbstbestimmt leben in der Neustadt“ im Martinsclub zusammen. Die grüne Stadtteilgruppe Neustadt hatte zum zweiten Mal in diesem Jahr eingeladen, um die Sicht auf Neustädter Probleme zu schärfen und nach Lösungen zu suchen.

Sebastian Jung, Leiter des Fachbereichs Wohnen im Martinsclub, schilderte anschaulich das Entstehen des Wohnprojektes „Quartier Wohnen“ in Findorff. „Hier wohnen Behinderte in ihrer eigenen Wohnung, es bildet sich gute Nachbarschaft und ein soziales Miteinander. Auch für die Neustadt wäre das eine gute Sache.“ Janina Stehmeier lebt hier in der eigenen Wohnung statt in einem Wohnheim: „Hier kann ich mir aussuchen, mit wem ich zusammen leben möchte!“ Und ihre Schwester Denise ergänzt: „Im Heim ging es Janina nicht gut. Jetzt ist sie viel selbstständiger.“

Diese Selbstbestimmung strebte auch Andrea Sabellek mit dem Projekt „Gemeinschaftliches Wohnen“ an. „Wir haben einen Neubau errichtet, und da von Anfang an auf wirkliche Barrierefreiheit geachtet wurde, hat dies auch kaum Mehrkosten verursacht.“ Mit einer Bereitstellung eines öffentlichen Grundstückes für Gruppen, die gemeinschaftliches Wohnen praktizieren wollen, könnte in der Neustadt ein ähnliches Neubauprojekt wie in Findorff entstehen, bei dem behinderte und nichtbehinderte Bewohnerinnen und Bewohner eine Hausgemeinschaft bilden. „Interessentinnen und Interessenten gibt es dafür genug“, so Andrea Sabellek. Meike Austermann-Frenz von der Beratungsstelle kom.fort bestätigt: „In Altbauten kann es wegen der zusätzlichen Kosten manchmal schwierig werden, Barrierefreiheit herzustellen. Aber inzwischen unterstützen auch die Wohnungsbaugesellschaften ihre MieterInnen bei notwendigen Anpassungsmaßnahmen.“ In Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle „Selbstbestimmt Leben“ hat sie im Auftrag des Bausenators eine Vermittlungsagentur für barrierefreie Wohnungen aufgebaut, die bis Ende des Jahres finanziert ist. „Diese Arbeit müsste unbedingt fortgesetzt werden“ fordert sie.

Über Barrierefreiheit im öffentlichen Raum berichtete Harald Kellner. Mit seinem Elektrorolli ist er vom Besuch vieler Geschäfte ausgeschlossen: „Die haben oft eine „Rollstuhlsicherung“ am Eingang – ein oder zwei Stufen, die Rollis einfach nicht überwinden können.“ In kleinen Nebenstraßen ist Kellner oft gezwungen, die Fahrbahn zu benutzen, denn hohe Bordsteinkanten, die nicht abgesenkt sind, und auf dem Gehweg parkende Autos sind unüberwindbare Hindernisse für ihn.

„Gut, dass Bremen seit etwa 2 Jahren vorbildliche Richtlinien für Barrierefreiheit im öffentlichen Raum hat“, stellt der Architekt Christoph Theiling fest. Für ihn ist Barrierefreiheit auch ein Werbemerkmal: „Das Motto ‚Hier kommt man in jedes Geschäft rein‘ würde auch der Neustadt gut anstehen – eine Aufnahme in den Stadtführer barrierefreies Bremen (PDF) wäre ihr gewiss und bestimmt auch bundesweite Aufmerksamkeit!“


Grüner Montag zum Verkehr in der Neustadt

„Offensichtlich haben wir mit unserem Thema einen Nerv der Neustädterinnen und Neustädter getroffen“, freut sich Judith Kumfert, Vertreterin der Neustädter Stadtteilgruppe der Grünen nach dem ersten Themenabend zu drängenden Problemen der Neustadt. „Wir nehmen viele Anregungen für unsere Arbeit mit.“

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„Wieviel Auto verträgt die Neustadt“ war der provozierende Titel, unter dem die Grünen in die Zionsgemeinde eingeladen hatten. Maike Schaefer, verkehrspolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, antwortete mit einem Zitat von Coco Chanel: „Weniger ist mehr.“ Sie berichtete vom jüngst von der Bürgerschaft beschlossenen Klimaschutzprogramm 2020, das zukünftig in Bremen für „gute Luft“ sorgen soll. „Mehr Carsharing und Lärmschutz durch Geschwindigkeitsbegrenzungen werden zusätzlich eine spürbare Entlastung der Neustadt bringen“, versicherte die grüne Abgeordnete. Mit Gunter Mischner vom ADFC ist sie sich einig in der Einschätzung, dass eine ausreichende Anzahl von diebstahlsicheren und bequemen Fahrradabstellanlagen eine wichtige Voraussetzung dafür ist, immer mehr Menschen das Fahrrad schmackhaft zu machen. „Warum wird der Schnee zuerst von den Fahrbahnen geräumt? Wertschätzung für andere Verkehrsarten bedeutet, auch für sie die Wege frei zu machen. Und die meisten der in der Neustadt zurückgelegten Wege sind kürzer als 6 km , die müssen nicht alle mit dem Auto gemacht werden“, konstatierte Mischner.

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Rike Krämer, für die Grünen im Verkehrsausschuss des Beirats Neustadt, wies darauf hin, dass Anträge zur Errichtung von Fahrradbügeln auf den Straßen durchweg wohlwollend beurteilt würden; diese Anträge seien an das ASV (Amt für Straßen und Verkehr) zu richten.

Max Rohrer vom VCD berichtete von seinen Erfahrungen als Mobilitätsberater. „Oft sind es nur Kleinigkeiten, warum Menschen sich nicht auf alternative Verkehrsmittel zum Auto einlassen: Mal fehlt eine diebstahlsichere Abstellmöglichkeit vor dem Haus, mal sind es die nassen Schuhe, mit denen man sich nicht den ganzen Tag herumärgern möchte. Abhilfe schaffen dann beispielsweise ein in die Wand gedübelter Haken oder Überziehgamaschen.“ Nachdem die Regierungschefs der Welt in Kopenhagen bei der UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 so kläglich versagt haben, sollten und können wir in der Neustadt zeigen, dass wir etwas gegen den Klimawandel unternehmen werden.

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an Judith Kumfert 559 046 84 oder Günter Warsewa 53 21 99.


GRÜNER MONTAG in der Neustadt

Termine des 1. Halbjahres

Wir werden an verschiedenen Montagen des Jahres 2010 Fachleute und die für das Thema des Abends zuständigen Abgeordneten der grünen Bürgerschaftsfraktion zu Gast haben. Diese Gäste werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln berichten und diskutieren – gerne auch mit Ihnen!

01. März
Mobilität und Klimaschutz konkret – wieviel Auto verträgt die Neustadt?

18. April Änderung: 12. April
Barrierefrei Wohnen und Leben mit Behinderung in der Neustadt (ausnahmsweise anderer Ort und Uhrzeit: 19 Uhr im Martinsclub)

3. Mai
Grünanlagen und Klimaschutz konkret – wieviel Grünzeug braucht die Neustadt?

7. Juni
Land unter! Hochwassergefahr in der Neustadt?

jeweils 20.00 Uhr in der Zionsgemeinde, Kornstr. 31


Grüner Beschlussvorschlag zum Werdersee-Wald

Beschlussvorlage der Neustädter Grünen für die Sitzung des Beirats Neustadt am 20. August 2009

Zum Thema „Werdersee-Wald“ gibt der Beirat Neustadt folgende Stellungnahme ab:

Der Beirat Neustadt stellt in aller Form fest, dass er mit der Beplanung der öffentlichen Grünfläche des sog. „Werdersee-Waldes“ im Zuge der Stadtwerder-Bebauung bislang nicht offiziell befasst war. Er hat dazu bislang auch keine Beschlussfassung getroffen. Eine Beschlussfassung kann erst nach Vorlage der Plandokumente im Zuge der Befassung durch den Beirat als Träger öffentlicher Belange erfolgen. Dies ist bisher nicht geschehen.

Unabhängig von der Terminierung dieser Befassung erklärt der Beirat Neustadt sein Interesse an einer Planung, die das betreffende Areal so weit als irgend möglich in seiner vorhandenen Struktur erhält. Der Beirat drückt darüber hinaus seine Erwartung aus, interessierte Bürgerinnen und Bürger umfänglich in die Diskussion der Planungen einzubeziehen. Der Beirat Neustadt erwartet, dass das Areal des „Werdersee-Waldes“ bis zu der erforderlichen Stellungnahme durch den Beirat ohne Einschränkungen unangetastet bleibt!


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