Weserkurier:
Aktionsplan gefordert - Beirat sprach über Feinstaubbelastung
von Gerwin Möller
NEUSTADT. Der Beirat Neustadt fordert den Senator für Bau, Umwelt und Verkehr auf, umgehend einen Aktionsplan zur Reduzierung der Feinstaubbelastung an der Neuenlander Straße aufzustellen. Bei der Erarbeitung wollen die Kommunalpolitiker mit einbezogen werden. Sie wenden sich weiterhin dagegen, die Durchgangsverkehre lediglich auf andere Straßenzüge im Stadtteil zu verteilen. Ralf Wehrse aus dem Umweltressort wehrte sich während einer öffentlichen Sitzung gegen den Vorwurf der Untätigkeit seiner Behörde. Die Feinstaubproblematik und die seit Jahresbeginn geltenden neuen Grenzwerte hätten bereits zu Aktivitäten geführt. An der Mess-Station in der Neuenlander Straße wurde der von der Europäischen Union (EU) vorgeschriebene Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft seit Januar bereits 31 Mal überschritten, erfuhr der Beirat. Nach dem 35. Mal ist laut EU-Vorschrift die Vorlage eines Aktionsplans vorgeschrieben. Wehrse schilderte 15 mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffbelastung, die nach Untersuchungen seiner Behörde aber lediglich zu einem Drittel dem motorisierten Straßenverkehr zuzuschreiben ist. 27 Prozent der Feinstaubbelastung werde aus dem Umland in die Stadt getragen. Weitere 20 Prozent erzeugen Wehrse zufolge beispielsweise Heizungsanlagen oder die Industrie. Erst nach Fertigstellung der Autobahn A281 werde sich die Feinstaubbelastung an der Neuenlander Straße grundlegend verbessern, so Wehrse.
In seinem Maßnahmenkatalog finden sich auch Forderungen nach Geschwindigkeitsbegrenzungen für Lastkraftwagen zu verkehrsarmen Zeiten, die Förderung von Erdgasfahrzeugen, Car-Sharing, der Ausbau von Straßenbahnnetzen und eine Beschränkung für Heizungsanlagen. In Neubaugebieten könnte künftig der Anschluss an Fernwärmenetze Pflicht werden. Wilhelm Hamburger aus der Verkehrsbehörde referierte vor dem Beirat über das neue Lkw-Führungsnetz. Für die Neustadt würden sich mit der Neuauflage kaum spürbare Veränderungen ergeben. Auch Hamburger verspricht sich Entlastungen der Neustadt vom Schwerverkehr! erst nach Fertigstellung der Autobahn. Beiratssprecherin Susanne Martens (SPD) kritisierte eine neue Beschilderung an der Autobahn A 1, die den Lkws künftig den Weg in die Innenstadt über die Neuenlander Straße weisen soll.
Siehe auch
- Beschluss des Koordinierungsausschusses vom 27.3.2007 zur A 281 BA 2.2






