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Weser Kurier vom 26.04.2007

Mit einem Mausklick landet die Lok auf den Schienen

Fest brachte Kinder mit Computer-Technik in Kontakt

Von Birgit Krieger

STADTWERDER. Auf dem Bildschirm ist eine Ritterburg zu sehen, im Vordergrund verlaufen Schienen. Mit einem Mausklick hat Julian eine Lokomotive aus der Liste der Symbole ausgewählt und setzt sie nun auf den Gleisen ab.“Ich mache gerade einen Zeichentrickfilm“, sagt der Zehnjährige, ohne vom Bildschirm aufzublicken. Später verrät er, dass es das erste Mal ist, dass er einen Film am Rechner entwirft und dass es ihm großen Spaß macht. Doch noch hat er keine Zeit zum Plaudern, er muss erst herausfinden, wie man die Lok dazu bringt, auch wirklich los zu fahren.

Selbst ein Programm schreiben

Mehrere technikbegeisterte Kinder besuchten am Freitag ein Kinderfest am Café Sand, zu dem Bündnis90/Die Grünen eingeladen hatten. Es gab zwar eine Hüpfburg und einen Riesenkicker, doch der Schwerpunkt des Festes lag nicht auf der Bewegung, sondern auf den Themen „Wissenschaft und Technik“. Unter einem Pavillon waren mehrere Computer aufgebaut, die alle mit so genannter Open-Source-Software ausgestattet worden waren. „Open Source bedeutet, dass es kostenlose Software ist, die auch kopiert werden darf“, sagte Daniel Hüttenmeister, der für die Computer zuständig war. Er zeigte den Kindern, was man alles mit einem Computer machen kann: Musik komponieren, Memory spielen oder sein eigenes kleines Programm schreiben.

Quelltext gibt Hinweise

Anja Stahmann, bildungspolitische Sprecherin der Grünen, findet, dass es wichtig ist, Kinder mit Technik in Verbindung zu bringen. Das gehe besonders gut, wenn Technik sichtbar sei. „Erst dann wird es spannend, herumzuexperimentieren“, meinte auch Robert-Manfred Albrecht von T-Systems. Deswegen setzt er auf die Open-Source-Software, bei der der Quelltext offen liegt.“Früher haben wir mit Lego gebaut und fanden es spannend, Maschinen zu bauen, weil wir sehen konnten, wie sie funktionieren“, sagte Albrecht. Bei Computern sei das nicht so einfach, da die Technik versteckt sei. Der Quelltext, der offen legt, welche Befehle sich hinter einer bestimmten Anwendung verbergen, sei daher eine wichtige Quelle, um zu verstehen, wie ein Programm funktioniert.David, Bela und Luca haben das schon ausprobiert. Jetzt gönnen sie sich eine Pause und spielen. Auf dem Bildschirm ist ein Flipper-Automat zu sehen. Geschickt klickt Luca die Regler und Schieber im richtigen Moment an, so dass die Kugel möglichst lange im Spiel bleibt. „Das macht Spaß“, meint Luca. Da hat er eine Sekunde nicht aufgepasst, und seine Kugel verschwindet.


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