Pressemitteilung vom 19.04.2007
Ortsteilbegehung in der Neustadt – "Es gibt noch viel zu tun!"
Am 18.04.2007 fand die von Mitgliedern des Beirats Neustadt, dem Architekten Christoph Theiling und Vertretern von Behindertenverbänden initiierte Ortsteilbegehung zum Thema "Barrierefreiheit" in der Neustadt statt. Der Weg führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu zahlreichen Orten, an denen Menschen mit Behinderungen auf Barrieren treffen. Besonders markante Beispiele waren der Lucie-Flechtmann-Platz, der Platz am Neuen Markt und die Kreuzung am Leibnitzplatz.
Hier waren erst in jüngster Vergangenheit umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen worden. Die Belange von Menschen mit Behinderungen wurden dabei jedoch kaum oder gar nicht berücksichtigt. So fehlte es beispielsweise an Leitsystemen für Sehbehinderte, damit sich diese auf den Plätzen zurechtfinden können. Für RollstuhlfahrerInnen waren die Flächen nur von einer Seite zugänglich und damit nur schlecht zu überqueren. Auch fehlen Geländer an den Treppen am Lucie-Flechtmann-Platz.
Für Alexander Jung, Vertreter der Linkspartei im Beirat Neustadt, ist dies völlig unverständlich: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum bei Baumaßnahmen noch immer nicht auf die Barrierefreiheit geachtet wird. So werden Menschen mit Behinderungen daran gehindert, sich im Öffentlichen Raum frei zu bewegen. Diese Ausgrenzung können wir nicht hinnehmen.“ Dr. Maike Schaefer, für Bündnis 90/ Die Grünen im Neustädter Stadtteilparlament, sieht dringenden Regelungsbedarf: „Wir brauchen endlich verbindliche Standards für Neu- und Umbauprojekte. Die Barrierefreiheit für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen muss bei allen Öffentlichen Bauvorhaben gewährleistet sein. Deshalb müssen beispielsweise der Einsatz von Leitsystemen für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen ebenso verpflichtend sein, wie die Zugänglichkeit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Auch dürfen ästhetische Gesichtspunkte bei solchen Bauvorhaben nicht vor der Barrierefreiheit stehen, sondern müssen mit ihr in Einklang gebracht werden.“
Beide sind sich einig, dass die Stadtteilbeiräte, aber auch die Betroffenen und der Landesbehindertenbeauftragte schon im Planungsstadium stärker beteiligt werden müssen. Auf diese Weise können Fehlentwicklungen, wie sie bei der Ortsteilbegehung sichtbar wurden, in Zukunft rechtzeitig vermieden werden.
Siehe auch
- Barrierefreier Online-Auftritt







