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Stadtteil-Kurier vom 26.05.2008

Schönheitskur fürs Hohentor

Behörde: Sanierung kann schon im Januar beginnen

NEUSTADT. Das Hohentorviertel soll schöner werden. Neue Straßen und Plätze, mehr Grünflächen und viele Spiel- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sollen den Ortsteil aufwerten. Annette Jüngst und Detlev Zastow von der Abteilung Stadtumbau des Bauressorts stellten den aktuellen Stand der Planungen auf der jüngsten Sitzung des Beirats Neustadt vor.

Die Behördenvertreter hatten eine gute Nachricht im Gepäck: Die Senatsvorlage ist so gut wie fertig, so dass voraussichtlich im kommenden Herbst das Hohentorviertel als Sanierungsgebiet festgesetzt werden kann. Das würde bedeuten, dass das Projekt „Schönheitskur fürs Hohentor“ bereits im Januar 2009 starten kann.

Das Sanierungsgebiet wird sich laut Behörde von der Langemarck- bis zur Oldenburger Straße (inklusive Bahnhof Neustadt) und von der Neuenlander bis zur Großen Sortillienstraße erstrecken. Schwerpunkte der Sanierung werden voraussichtlich die Erlen- und die Weizenkampstraße sein, sagte Zastow.

Bis zum Jahr 2012 sollen rund 3,5 Millionen Euro in den Ortsteil fließen. Insgesamt sei die Maßnahme auf 15 Jahre ausgelegt mit einem Volumen von zwölf Millionen Euro. Und das sei noch nicht alles, erläuterte Zastow. Die Erfahrung habe gezeigt, dass auch viele Privatleute zu Investitionen bereit seien, wenn sie sehen würden, dass sich in ihrem Umfeld etwas tue. Jeder Euro, der von der öffentlichen Hand in den Städtebau investiert werde, ziehe erfahrungsgemäß fünf bis acht Euro aus privaten Beständen nach sich. Das habe sie vor kurzem erst wieder in Hemelingen erfahren, berichtete Annette Jüngst. „Kaum ist der Verkehr weg, fangen die Leute an, ihre Häuser zu streichen“, sagte sie.

Da generell ein vereinfachtes Verfahren angestrebt wird, sei es vermutlich möglich, private Investitionen mit öffentlichen Fördergeldern zu unterstützen. Wer beispielsweise die Fassade seines Hauses reinigen lässt, könne einen Förderantrag über maximal 25 000 Euro stellen, so Jüngst.

Die Aussicht auf ein schönes neues Hohentor sorgte für gute Laune beim Beirat und den anwesenden Anwohnern. „Wir freuen uns über die neuen Möglichkeiten für den Ortsteil“, sagt Ingo Mose (Grüne). Er hoffe, dass die umfangreiche Sanierung auch dazu führe, wenigstens einige Probleme im Hohentor beheben zu können. Dafür sei es seiner Meinung nach aber sehr wichtig, die Bewohner des Ortsteils frühzeitig in die Planungen mit einzubeziehen. Das helfe ihnen, sich mit ihrer Umgebung zu identifizieren.

Zastow und Jüngst versicherten, dass die Behörde eine enge Zusammenarbeit mit den Bürgern und dem Beirat anstrebe. Umfragen, Workshops, Flyer und regelmäßige Bürgerversammlungen sollen demnach dafür sorgen, dass jeder die Möglichkeit bekommt, seine Vorstellungen von einem verbesserten Wohn- und Arbeitsumfeld zu äußern.

Die Bürgerbeteiligung stand auch im Vordergrund des einstimmig gefassten Beiratsbeschlusses. Der Beirat fordert demnach, angemessene Beteiligungsformen für die Bürger zu schaffen und dafür 100 000 Euro zur Verfügung zu stellen.


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