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Stadtteilgruppe Neustadt

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26.04.2007

Stufen und Einheits-Pflaster sind Barrieren für Behinderte

Beiratsausschuss machte viele Problemstellen im Stadtteil aus

NEUSTADT (BKR). Plötzlich drei Stufen - damit hatte Matthias Botte nicht gerechnet. Seufzend wendet er seinen Rollstuhl. Eigentlich wollte er den Lucie-Flechtmann-Platz überqueren. Doch es gibt nur an einer Seite einen abgesenkten Zugang. Auf der anderen tauchen die Stufen auf - ein unüberwindbares Hindernis für den Rollstuhlfahrer.

Unter dem Motto: "Weg mit Barrieren in der Neustadt" machten sich kürzlich Mitglieder des Beiratsausschusses „Innovative Stadtteilkonzepte“ auf den Weg durch die Neustadt. Sie wurden von Menschen mit Behinderungen begleitet. Zwei Rollstuhlfahrer und zwei Blinde machten sie auf Barrieren im Stadtteil aufmerksam. Nach zwei Stunden quer durchs Quartier, vom Weserdeich über den Lucie-Flechtmann-Platz, den Platz „Am Neuen Markt“, die Neustadtswallanlagen und den Leibnizplatz stand fest: Es gibt noch viel zu tun, um die Neustadt für behinderte und alte Menschen leichter begehbar zu machen.

Besonders in die Kritik geriet der vor etwa drei Jahren angelegte Lucie-Flechtmann-Platz. Hajo Horras vom Blindenverein machte darauf aufmerksam, dass er sich auf dem offenen und leeren Platz nicht orientieren könne. „Es fehlt ein Weg, der mich über den Platz führt, beispielsweise eine Pflasterung, die leicht erhöht ist und an die ich mich halten kann“, sagte er.

Auch Rollstuhlfahrer Matthias Botter hatte Probleme: Er konnte den Platz wegen der drei Stufen von der Westerstraße aus kommend nicht überqueren. Die Stufen sind auch ein Problem für eine ältere Frau, die in der Nachbarschaft wohnt. „Es gibt kein Geländer und ich kann da nicht heruntergehen, weil ich mich immer festhalten muss“, sagte sie.

Am Piersigweg tauchte das nächste Defizit auf: Die Umlaufschranken, die dafür sorgen sollen, dass Radfahrer abbremsen müssen und nicht einfach über den Fußweg rasen, sind zu nah aneinander gebaut. Nur mit viel Mühe schaffte Botter es, seinen elektrischen und dadurch etwas längeren Rollstuhl durch die Schranken zu rangieren. „Die DIN-Norm sieht einen Abstand von 1,30 Meter vor“, sagte Botter. Der Test mit dem Zollstock zeigte: Die Schranken stehen hier nur 90 Zentimeter weit auseinander.

Der neu gestaltete Leibnizplatz bot ebenfalls Anlass zur Kritik: Die Pflastersteine im Bereich der Schienen sind zu hoch und das „Tack-Tack“ der Ampeln passt sich nicht der Lautstärke der Umgebung an. „Wenn gerade ein Lastwagen vorbei fährt, kann ich nicht hören, wo die Ampel ist“, sagte Horras.

Damit bei neuen Projekten die Belange der Menschen mit Behinderung künftig besser berücksichtigt werden, will der Beirat die Behindertenverbände in die Ausschussarbeit einbeziehen.

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