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Langemarck - Die Straße zum Mythos

Der Langemarck-Mythos hat dazu gedient, junge, noch unausgebildete Leute für den Krieg zu begeistern und sie darauf vorzubereiten sich bereitwillig für ihr Vaterland zu opfern.

Als Langemarck-Mythos bezeichnet man die im Deutschen Reich erfolgte Verklärung eines verlustreichen Gefechts, zu dem es während des Ersten Weltkriegs am 10. November 1914 nördlich vom Ypern gekommen war. Obwohl die Schlacht nicht bei Langemark stattgefunden hatte, wurde dieses zur Verklärung der Tatsachen so genannt, da der reale Ort (Bixschote) sich nicht so heroisch anhörte wie Langemark. Vermutlich um das Wort noch mehr einzudeutschen oder näher an den Namen Bismarck zu bringen, wurde Langemark noch ein c hinzugefügt, dadurch findet der Ortsname Langemarck im Kontext zum Langemarck-Mythos eher Gebrauch als der noch heute existieren Ortsname Langemark in Belgien.

Die vormaligen Straßenzüge Große und Kleine Allee sowie Meterstraße wurden von den Nazis anlässlich des sog. Langemarck-Tages am 11. November 1937 in Langemarckstraße umbenannt, dass diese neu benannte Straße an der Hochschule vorbei führt, ist dabei keineswegs Zufall gewesen. - Im Gegenteil, gezielt wurde der „Heldentod“ schlecht ausgebildete Reservekorps von jungen Kriegsfreiwilligen von den Nazis instrumentalisiert und zur atmosphärischen Vorbereitung der Bevölkerung auf den nächsten Krieg missbraucht. Raus aus der Hochschule, rein in den Krieg! Nur ein umgestürztes Nazi-Denkmal, an dem rechte Burschenschaften immer noch Kränze niederlegen, sowie die Tatsache, dass die Hochschule Bremen ihren Eingang in den Neustadtswall verlegt hat, läßt heute noch erahnen, dass sich hinter dem Namen Langemarck auch bedenkliches verbirgt.

Adolf Hitler war am 10. November 1914 als Soldat des Bayerischen Reserve-Infanterieregiments Nr. 16 bei Ypern stationiert, weshalb er sich auch als Langemarck-Kämpfer bezeichnete. In der NS-Zeit gab es Truppen der Waffen-SS die den Namen Langemarck trugen, wie z.B. die 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade Langemarck und die 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division Langemarck. Neben vielen Straßen, Plätzen, Hallen und Denkmälern, gab es sogar ein Langemarck-Stipendium.

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