Stadtteilbildungszentren
Was ist ein Stadtteil- oder Quartiersbildungszentrum?
Längst ist klar, dass unser Bildungssystem hoffnungslos veraltet ist und den Herausforderungen moderner Arbeitsmärkte, des lebenslangen Lernens und der Integration sozial benachteiligter Gruppen nicht mehr begegnen kann. In fast allen europäischen Ländern hat man das bereits seit geraumer Zeit begriffen und das Schul- und Bildungssystem entsprechend modernisiert. Deshalb ist es auch bei der Frage nach der institutionellen und alltäglichen Organisation von Bildung hilfreich, sich z.B. in den Niederlanden oder Großbritannien umzusehen. Dort gibt es mittlerweile Schulen, die eigentlich gar keine Schulen mehr sind, sondern Bildungszentren bzw. Stadtteilzentren für lebenslanges Lernen: Hier wird in enger Kooperation mit Eltern und anderen Stadtteilinstitutionen gearbeitet und alle zusammen fördern die Integration ihrer Zielgruppen (z.B. Migranten, allein erziehende Eltern) in die Nachbarschaft bzw. das Quartier ebenso wie in das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt.
Die Neugestaltung unseres Schulsystems soll sich daher an zwei Kernprinzipien orientieren: Die vielen verschiedenen und zerstreuten Funktionen und Leistungen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen - Kinderbetreuung, schulische Bildung, soziale Betreuung und Beratung der Familien, schulpsychologischer Dienst, Jugendhilfe, Gesundheitsdienste etc. – werden räumlich und inhaltlich zu einem abgestimmten und integrierten Angebot zusammengefasst; die Arbeit am Bildungsstandort bezieht ihr jeweiliges soziales Umfeld - Eltern, Nachbarschaft, soziale Milieus im Stadtteil bzw. Quartier - so intensiv wie möglich in die eigenen Aktivitäten mit ein.






